EIN HAUCH KAISERZEIT - Wenn in Wien der Amtsschimmel wiehert
Eine Wiener Amtsposse in drei Akten: Wie aus einer simplen Bitte um einen Schlüssel ein bürokratischer Staatsakt wurde, eine journalistische Intervention Bewegung in die Hofkanzlei brachte und am Ende ausgerechnet zu Halloween die Bürgernähe von den Toten auferstand. Wir wollten zu Allerheiligen eine Reportage über ein vergessenes Stück Wiener Friedhofsgeschichte schreiben: den Gräberhain im Waldmüllerpark, der vom einstigen Matzleinsdorfer Friedhof übriggeblieben ist, nachdem die großen Wiener Friedhöfe vom Zentralfriedhof abgelöst wurden.
ALLERHEILIGEN - Toten-Gedenken zwischen morbider Trauer und Lego-Leichenwagen
„Es lebe der Zentralfriedhof, und alle seine Toten!“ Wenn Wolfgang Ambros’ raue Stimme diese Zeilen anstimmt, besingt er nicht bloß eine Wiener Institution – er legt das Fundament für ein nationales Lebensgefühl. Es ist die Hymne auf eine morbide Faszination, die im Herzen Österreichs längst Kultstatus genießt. Nirgendwo sonst auf der Welt verschmelzen Melancholie, Humor und die nackte Endlichkeit so elegant wie in Wien.
ÖSTERREICH und seine Neutralität - Gold-Standard in Sachen Kriegsführung
Am Nationalfeiertag feiert Österreich seine Neutralität. Der legendäre Spruch „Mögen andere Kriege führen, du, glückliches Österreich, heirate (Bella gerant alii, tu felix Austria nube!)“ stammt aus der Habsburgerzeit und galt als Ausdruck einer Politik, die Konflikte durch Heirat statt durch Waffen löste. Heute erfährt dieser Gründungsmythos eine zynische Aktualisierung. Die Waffen aus den Alpen verdeutlichen die neue Interpretation der alten Maxime: “Mögen andere Kriege führen; du, glückliches Österreich, liefere die Waffen dazu und halte dich ansonsten raus.”
NATIONAL-FEIERTAG 2026 Wien - 90 Sekunden ‘TopGun’ für stolze 120.000 Euro
Am Nationalfeiertag herrschte Kaiserwetter über dem Wiener Heldenplatz. Die Organisatoren sprachen von Hunderttausenden Besuchern, die gekommen waren, um zu sehen, wo Österreich militärisch steht. Die Menschenmenge ließ sich begeistern und belustigen von den Jets, von der Technik, von der Möglichkeit, selbst Hand an Waffen zu legen. Doch die Hochglanz-Darbietung hatte auch ihre Schattenseite.
Puch Maxi Beschleunigungsrennen: Indianapolis des Vulkanlands
Beim Beschleunigungsrennen in Merkendorf verwandeln sich jahrzehntealte Zweitakt-Mopeds in Rennmaschinen – und ein ganzes Kultgefährt in gelebte Erinnerung. Was die Dragster-Szene am Indianapolis Motor Speedway zelebriert, feiert die Puch-Maxi-Gemeinde auf einer unscheinbaren 80-Meter-Strecke am Gelände einer Bäckerei im steirischen Vulkanland.

