Lanzarote hat längst seine Unschuld als unberührtes Biosphären-Reservat verloren. Mittlerweile tummeln sich mehr als drei Millionen Touristen jährlich in nahezu jedem Winkel der kanarischen Vulkaninsel. Für Menschen, die extreme Wandertouren lieben und bereit sind ihre Physis und ihre mentale Stärke auf eine echte Probe zu stellen, für die bietet Lanzarote aber immer noch eine echte Herausforderung: die Traversia Los Ajaches.
Extrem-Wanderung auf Lanzarote: Traversia Los Ajaches: 14,1 Kilometer an der äußersten Outline der Vulkaninsel - Foto: Chris Ernst, Redaktionsnetzwerk PR1 Wien
Traversia Los Ajaches Monument: Von Playa Quemada nach Playa Blanca
Ausgangspunkt dieser extremen Tageswanderung ist der Strand von Playa Quemada. Der Startzeitpunkt muss so gewählt werden, dass der Sonnenuntergang mit einer Stunde Sicherheitspuffer eingeplant wird. Wer zu spät aufbricht, riskiert, die letzten Kilometer im Dunkeln auf dem unwegsamen Gelände zu verbringen. Selbst für geübte Wanderer ist das sehr unwegsame Gelände mit Kopflampe sehr schwierig zu bewältigen und wird ohne Beleuchtung zu einem unkalkulierbaren Risiko. Der Untergrund wechselt ständig zwischen festem Basalt und losem Geröll. Man setzt jeden Schritt bewusst, prüft den Halt und sucht die nächste sichere Stelle. Links fällt das Gelände steil zum Meer ab, rechts steigt das alte Bergmassiv teilweise steil an. Orientierung ist ohne Navigationssystem schwierig, weil feste Wege fehlen und das Gelände mehr einer überdimensionalen Mondlandschaft, als einem Wanderweg gleicht. Die Konzentration muß über Stunden hoch bleiben und genau darin liegt die Anforderung der Tour.
LANZAROTE jenseits der MAssentourismus. das Zentralmassiv Los Ajaches im Südosten der Vulkaninsel bietet für erfahrene Wanderer eine Herausforderung der besodneren Art: die Traversia Los Ajaches - Foto: Chris Ernst, Redaktionsnetzwerk PR1, Wien
Knapp 15 Kilometer bei einem Maximaltempo von 3 km/h
Lanzarote ermöglicht hier einen Seelen-Striptease der besonderen Art. Die Stille ist allgegenwärtig. Kein Motor, kein Stimmengewirr, nur das Rauschen der Wellen, der ewige Passat-Wind und das Knirschen der Steine. Die Küste zieht sich in langen Bögen, immer wieder öffnen sich kleine Buchten, doch der Weg bleibt auf der äußersten Kante. Die 14,1 Kilometer, sind die Ideallinie. Im Normalfall kommen schnell ein bis zwei Kilometer hinzu, wenn man sich in der Geröllwüste verlaufen oder in den steilen Bergpassagen verstiegen hat. Der Begriff “extrem” sollte hier ernst genommen werden. Sandalen und Flip-Flops sind tabu. Neben festem Schuhwerk gehört ausreichend Flüssigkeit zwingend in den Rucksack, denn es gibt absolut keine Option unterwegs an Trinwasser zu kommen. Pro Person sollten also 4 bis 5 Liter eingeplant werden, was ebenso vielen Kilogramm an Gepäck und damit Marschgewicht entspricht.
Für ungeübte Wanderer ist die Strecke ungeeignet. Wer die nötige Erfahrung und Kondition mitbringt, bekommt hier aber ein einzigartiges Bild der Insel, das sich stark von den üblichen touristischen Hotspots unterscheidet.
Lanzarote ist nicht ohne Grund Übungsareal für die Astronauten von ESA und NASA. Die Vulkaninsel bietet jenseits der touristischen trampelpfade noch hervorragende Wanderrouten in nahezu surrealistischem Ambiente . Foto: Chris Ernst, Redaktionsnetzwerk PR1, Wien
Diese Wanderung ist eine der anspruchsvolsten Tagestouren auf Lanzarote. Ungeübte und untrainierte Wanderer sollten sie auf keinen Fall alleine unternehmen.

